Februar 2021 - nachdem der Winter schon 2 x sein weißes Gesicht gezeigt hat, kam in der 2. Februarhälfte kurzfristig der Frühling - und mit den warmen Temperaturen kamen auch schon die ersten Störche. 

In beiden Nestern, die ich im letzten Jahr besucht und deren Störche ich fotografiert hatte, sind nun schon Störche gelandet.Wobei  im Nest an der Nordseite der Wümme erst 1 Storch sitzt und im Nest in Scharmbeckstotel schon beide Störche angekommen sind.

Ich werde versuchen, sobald wie möglich zu den Nestern zu radeln, um erste Fotos aufzunehmen. Ich freue mich auf die diesjährige Storchensaison!!!

5.3.2021 EIN NEUES STORCHENPAAR HAT QUARTIER BEZOGEN

Es ist kaum zu beschreiben, was ich heute bei kühlem aber sonnigen Wetter am Nest an der NORDSEITE erlebt habe.

Nachdem ich vor 1 Woche die Info erhielt "der Storch ist wieder da", war ich so gespannt, ihn endlich zu sehen. Bei meiner Ankunft war ich zunächst enttäuscht, da das Nest leer war. Aber ca. 45min später hörte ich Storchengeklapper und sah 2 Störche über mir, die zielgerichtet zum Nest flogen.

Aber nur einer der beiden landete im Nest, der 2. durfte nicht hinein. Der Storch oben im Nest (augenscheinlich das Männchen) klappterte und präsentierte sich in voller Pracht. Unten blieb der 2. Storch (die Störchin) und nahm immer wieder neu Versuche auf, um im Nest zu landen. Dann flogen beide zusammen weg, kamen wieder, aber auch dann landete nur einer der beiden im Nest. 

Es war eindeutig das "Spiel" um eine neue Partnerin, was mich zunächst vermuten ließ, es sei der Vorjahres-Storch (DEW4X940) und eine fremde Störchin. Es waren spektakuläre Szenen. Aus dem Jahr 2016 kannte ich bereits dieses Liebesspiel, damals dauerte es fast 2Tage, bis eine Störchin im Nest landen durfte. 

Ich nutze eine kurze Ausflugs-Pause der beiden, um die ersten Fotos genauer zu sichten und ich musste feststellen, dieser Storch trägt die Kennung DEW 7T308  - es ist NICHT der Vorjahres-Storch DEW4X940!

NOCH EINE RUNDE SPIELEN....

DER ENTSCHEIDENE MOMENT.....

Seit mittags habe ich das "Liebesspiel"  der beiden beobachtet. Es war ganz schön viel los über'm Nest, auf'm Nest und in der Luft. Gegen 17 Uhr ging dieses Spiel ins Finale - die letzten Sekunden waren beeindruckend. Beide standen auf der Wiese unterhalb des Nestes und  es wirkte, als hätte der Storch ein "OK" durch Nicken mit dem Kopf  gegeben...beide starteten durch und als erste landete die Störchin im Nest -  kurz darauf auch DEW7T308! Danach wurde erstmal ausgiebig geklappert und dann war liebkosen und kuscheln angesagt. Beide verschlungen ihre Hälse, legten ihre Köpfe und Hälse aneinander und genossen das tiefestehende Sonnenlicht kurz vor Sonnenuntergang. WAS FÜR EIN SCHÖNES PAAR!

Nun ist das Nest an der NORDSEITE belegt - aber warum ist der Vorjahres-Storch DEW4x940 nicht da - Eigentlich sind Störche doch nesttreu ?

Die bereits im Februar eingeflogenen Störche überwintern nicht in Afrika sondern in Spanien (oder Portugal) , daher haben sie den kürzesten Weg in den Norden. Die Westzieher erreichen die Brutgebiet als 2. - im Laufe der 1.Märzhälfte.  Ende März kommen die Ostzieher. Sie sind immer die letzten und der Vorjahres-Storch DEW4X940 ist ein OSTZIEHER!! Er hat in den vergangenen Jahren schon öfters "sein" Nest verloren. Ob er in diesem Jahr versuchen wird, sein Nest zurück zu erobern ? Oder wird er sich ein neues Nest suchen - so wie er es in den vergangenen Jahren gemacht hat.

Es wird also spannend werden!

Zeitungsartikel vom 19.3.21 im Osterholzer Kreisblatt

21.3.21 das Paar ist noch zusammen und arbeitet an seiner beziehung

Was ist das für ein schreckliches Wetter ?!?! Es ist kalt, die Sonne zeigt sich zwischen den Wolken nur selten und es ist sehr windig.  Aber ich weiß auch, dass man für schöne Fotos leidensfähig sein muss. So radelte ich heute warm angezogen zum Storchennest und war hoch erfreut, dass beide Störche oben drin saßen. Bei dem Wind würde ich auch nicht freiwillig durch die Gegend fliegen. Die beiden hatten oben im Nest ganz schön mit dem Wind zu kämpfen. Und dann versuchte DEW 7T308 die Störchin zu besteigen. Er wirkt dabei etwas unbeholfen, was evtl nicht nur am Wind liegt sondern vielleicht auch daran, dass es seine erste Paarungszeit ist ? Ich bin gespannt auf die Rückmeldung der Vogelwarte, wie alt dieser Storch ist.

Als ich heute zusah, wie Storch 7T308 bei kräftigem Wind versuchte die Störchin zu besteigen, hatte ich den Eindruck, dass ihm die Routine und Erfahrung fehlt. Es lag bereits die Vermutung nahe, dass dieser Storch aus dem Jahre 2018 stammt - und zwischenzeitlich bestätigte sich dies durch die Rückmeldung von der Vogelwarte Helgoland. 

Der Storch DEW7T308 wurde 2018 in Schleswig-Holstein beringt. D.h. der Storch ist aktuell erst 3 Jahre alt! 

Störche werden zwischen dem 3. - 5. Lebensjahr geschlechtsreif, demnach ist dieser Storch noch recht jung und demzufolge unerfahren.

 

DEW7T308 verbrachte die Wintermonate  in Spanien, entsprechende Ringfunde zeigen dies auf. Dazu passt dann auch sein recht frühzeitiges Erscheinen in unserer Gegend.

Das Osterwochenende 2. - 4. April  2021

An Karfreitag war das Wetter nicht sonderlich schön, es war vor allem kalt, windig und das Licht war durch die vielen Wolken eher "diffus". Dennoch wollte ich heute unbedingt zum Storch, da ich wissen wollte, ob sich evtl. jetzt angekommene Ostzieher im Revier herumtreiben.


Als ich am Nest ankam, waren beide Störche anwesend und es dauerte nicht lange, da versuchte ER mal wieder SIE zu besteigen.


Und kurz danach war viel Action am Nest, denn ein fremder Storch versuchte im Nest zu landen.

 

Außerdem wollte ich heute unbedingt meine NEUE KAMERA, die Canon EOS R6 zum ersten Mal ausprobieren. Und das Jungfern-Shooting hat sich gelohnt, die Kamera ich echt einmalig - wie die EOS R!

Als ich am Oster-Samstag am Nest war, saß nur ER drin. Die Störchin war Mal wieder auf Achse.


Scheinbar verschwindet sie öfter Mal sogar für einen ganzen Tag. Ich bin gespannt, ob es bei den beiden in diesem Jahr eine erfolgreiche Brut geben wird.


Ich habe den Eindruck, dass ER (7T308 ) doch noch zu jung und unerfahren ist

Zudem radelte ich heute zu einem weiteren Nest - an der Hamme /bei den Bootshäusern. Das dortige Nest ist in den letzten Jahren schon einige Male besetzt  gewesen. Als ich dort ankam, saßen beide Störche im Nest - der Storch trägt die Kennung DEW7T523. Dieses Paar habe ich im letzten Jahr im Spätsommer auf den Wiesen entlang der Straße zwischen der Wümmebrücke und der Hamme gesehen.

9.4.2021

Eigentlich mag ich den Monat April sehr gerne, aber in diesem Jahr dominieren Schnee, Graupel, Frost, Regen und Wind  und verkleiden mit die gute Laune.  Vor allem der Westwind stört, denn dieser macht es den Ostziehern (Störche, die von Afrika die Ostroute über die Türkei fliegen) schwer, ihre Reise zu uns hoch fortzusetzen. Daher sind noch nicht alle Störche hier in der Region eingetroffen. 


Ich warte ja auch noch auf DEW4X940, der letztes Jahr an der NORDSEITE gebrütet hatte. Wird er versuchen, das Nest zu erobern?


Heute war ich kurz an der Nordseite, zunächst war nur DEW7T308 im Nest, die Störchin kam später eingeflogen - ER hatte scheinbar ordentlich Hormon-Stau und bestieg SIE sofort - danach waren beide sofort ausgeflogen.

 

16.4.2021

Endlich hat der Wind gedreht und meine Hoffnung auf die Ankunft der Ostzieher steigt stetig. 

So radelte ich heute bei Sonnenschein und leichtem Nord-Ostwind zur Nordseite der  Wümme,fand das Nest aber leer vor. Eigentlich müssten beide so langsam mit Brüten beginnen, aber mein Eindruck seit 14 Tagen geht in Richtung "das wird dieses Jahr nichts". 

Irgendwie scheint es bei diesem Storchenpaar nicht zu passen. ER ist knapp 3Jahre jung und vielleicht doch noch nicht reif genug. 

Ob SIE Eier abgelegt hat, können wir nicht sehen.

Ich werde dennoch weiterhin das Nest aufsuchen und schauen, was sich dort tut.

Die Ostzieher trudeln nun auch langsam ein, vielleicht besetzt ja noch ein anderes Paar das Nest? 


Alles Gedanken, deren Antworten sich in den nächsten Wochen zeigen werden.


Auch am Nest an der Hamme hatte ich heute kein Glück. Beide Störche waren ausgeflogen . D.h. auch dieses Paar ist noch nicht am Brüten.



18.4.21 BRUTBEGINN AN DER HAMME/Schleuse

Am Nest an der Wümme NORDSEITE findet kein Brutgeschäft statt. Storch DEW7T308 war heute Mal wieder  im Nest und verteidigte dieses gegenüber fremden Störchen, aber danach verließ er es auch wieder. Die Störchin habe ich noch nicht wieder gesehen.

 

Am Nest an der Hamme/Schleuse bei den Ritterhuder Bootshäusern sieht es nach Brutbeginn aus! Waren vorgestern noch beide zeitgleich unterwegs, saß heute immer einer der beiden im Nest.

 

MITTE MAI

Das Wetter ist seit Wochen einfach nur noch schrecklich -kalt, nass, windig und leider für mich kein Radel-und Fotowetter.

So war ich seit Wochen nicht mehr am Nest. Die Brutzeit von rund 30-32 Tagen wird im Laufe der Woche zuende gehen.

Hoffentlich wird es Ende der kommenden Woche trockenes Wetter geben, damit ich zum Nest fahren kann...

ENDE MAI, DIE BRUTZEIT ist vorbei

Rein rechnerisch war die Brutzeit etwa um dem 20.5.herum zuende. Durchschnittliche 31 Tage sitzen Störche auf ihrem Gelege.Danach lässt sich durch das Verhalten der adulten Tiere mit viel Geduld erkennen, ob sich Nachwuchs im Nest befindet.  Heute sind die Jungen ca 10 Tage alt und ich konnte schon ihre Schnäbelchen sehen, wenn sie vor Hunger die Höhe streckten. Ich konnte 2 kleine Köfpchen erkennen.

Ab jetzt geht die Arbeit für die Eltern so richtig los...bei 2 Jungtieren muss ordentlich Nahrung herangeschafft werden,  für sich selbst benötigen Sie ca. 500gr, aber die Jungtiere brauchen zwischen 1000-1500g pro Tag.

 

Hoffen wir nun , dass das Wetter in diesem Jahr den Störchen hilft, ausreichend Nahrung zu sammeln. Ich freue mich zunächst, das das Wetter endlich trocken ist und es nicht mehr so kalt ist, denn es sind in den letzten Wochen viele Jungstörche gestorben (erfroren oder im Nest ertrunken)

 

Hoffen wir für diese beiden kleinen das allerbeste!

4.6.21 Die grosse Überraschung

Endlich sommerliches Wetter, darauf haben wir so sehnsüchtig gewartet. Natürlich musste ich heute bei 25 C an die Hamme radeln und ich war Mal wieder gespannt wie ein Flitzebogen, was mich erwarten würde.

Auf dem Hinweg schaute ich kurz an der NORDSEITE vorbei, dort war aber kein Storch zu sehen- also ging es  direkt weiter zur Hamme/Schleuse.

 

Als ich dort ankam stand ein ein adultes Tierbund spendete dem Nachwuchs Schatten.

Es dauerte nicht lange, da sah ich die Schnäbel und Köpfchen und ich staunte nicht schlecht, dass ich statt 2 nun 3 Köpfchen sah!

Ja, es sind 3 Jungtiere!

 

Aber man sieht sehr deutlich den Altersunterschied vom Erst- zum Letzgeschlüpften. Hoffentlich schafft es der Kleinste, sich beim Füttern zu behaupten.

18.6. Die Jungtiere Sind Etwa 5 Wochen Alt, aber es sind nur noch 2

Nachdem ich zwischenzeitlich 1 Woche Urlaub auf Helgoland verbracht habe, war ich nun extrem neugierig , wie es bei den Störchen aussieht.  3 Wochen ist mein letzter Besuch her. Trotz allem Vorfreude hatte ich etwas Sorge im Gepäck - Sorge, ob noch alle 3 Jungtiere leben....

...und meine Sorge war berechtigt, es sind nur noch 2. Das dritte Jungtier ist laut Information vorletzte Woche bei dem extremen Regen gestorben.

 

Wie traurig mich solch eine Nachricht stimmt, kann ich gar nicht beschreiben.

Aber so ist die Natur. Daher erfreute mich der Anblick der beiden anderen Jungstörche, die sich prächtig entwickeln. Sie stehen schon auf und wedeln mit ihren Flügeln.Und sie bettekn ständig nach Futter.

 

Papa Storch hatte da wohl eine Idee, als er von Nest sprang und vor einem der Bootshäuser nebenan landete. Ich horchte und traute meinen Ohren und  Augen nicht....da stand der Storch vor einer Tür und klopfte ständig mit seinem Schnabel an dieser....immer und immer wieder.

Was verbirgt sich hinter dieser Tür in dieser Hütte? Die Küche! Okay, also ein Storch, der an einer Küchentür klopft, um Futter zu erbetteln????

Das ist schon sehr komisch!

Ende Juni - Ganz Viel Trauer ...

Ich bin so traurig.....

Voller Vorfreude radelte ich heute, 27.6. Richtung Hamme, Bootshäuser. Ich war neugierig, wie sich der Nachwuchs wohl in den letzten Tagen weiter entwickelt haben wird;  rein rechnerisch wären die kleinen jetzt ca 6 Wochen alt...

 

Aber als ich ankam, war das Nest leer ! Es konnte dafür nur einen Grund geben, denn flügge waren die kleinen Störche noch längst nicht! Hier musste also etwas schlimmes passiert seind. Mein Verdacht bestätigte sich am Abend. Das schlechte Wetter, die starken Regenschauer und dabei die kühlen Nachttemperaturen waren für die kleinen Störche keine gute Voraussetzung, sie sind erfroren! Und diese beiden Jungstörche waren nicht die einzigen Opfer, auch die Störche aus dem Nest in Scharmbeckstotel sind durch das schlechte Wetter ums Leben gekommen.

 

Ich muss das ganze nun erstmal verdauen. Ich bin sehr traurig, hatte ich doch am 18.6. den beiden Jungtieren eine gute Prognose gegeben....

Aber so ist die Natur, der Klimawandel macht sich auch hier bemerkbar.

Ich hoffe nun sehr auf ein besseres storchenjahr 2022.....

....auch wenn ich die Störche sehr vermisse, habe ich noch erfreuliche Erlebnisse zu berichten.....schaut doch gerne mal auf die Kategorie VÖGEL/TURMFALKEN.....

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