Vom Ultraweitwinkel bis Supertele

21. Februar 2017 die ankunft der ersten Störche

Wie im letzten Jahr sichtete ich Ende Febuar den ersten Storch auf dem Gelände der Kompostieranlage der Blockland-Deponie. Dieser Storch trug einen Ring mit der Kennung 1T596. Dies war ein 4jähriger Storch, der 2013  beringt wurde.

am 21.2.2017 - der 1. Storch der Saison auf der Blockland-Deponie  - es ist nicht MAX
am 21.2.2017 - der 1. Storch der Saison auf der Blockland-Deponie - es ist nicht MAX

24./26. März 2017

Etwa 4 Wochen nach der Ankunft der ersten Störche war das Nest im Blockland nahe Dammsiel besetzt. Es war ein Storch mit Ring am linken Bein - ich dachte, es sei MAX. Wenige Stunden später kam ein 2. Storch ins Nest geflogen und am Ende des Tages wurde ersichtlich, der eine Storch war MAX und der andere war demnach die Störchin mit der Kennung DEW 3T630.  Zwischen diesen beiden Vögeln "knisterte" es ordentlich, verliebte Blicke und regelmäßige Paarungsrituale liessen nicht lange auf sich warten.

Von der Vogelwarte "Helgoland" in Wilhelmshaven bekam ich die Rückmeldung,dass der Storch 3T630 im Juni 2014 als flungunfähiges Küken in Berne beringt wurde. D.h. die Storchendame ist in diesem Sommer 3 Jahre alt.

Paarungsrituale konnte ich mehrmals am Tag beobachten. Obwohl die Störchin scheinbar nicht immer Lust hatte. Immer wieder stieg MAX unverrichteter Dinge wieder von ihrem Rücken. Ebenfalls gehört gegenseitiges Zupfen am Gefieder zum Paarungsritual.

30. März 2017

Paarungsakte konnte ich wieder einige beoachten sowie die dazugehörigen Verhaltensrituale. Z.b. (1) das Putzen des Gefieders vom Partner, aber auch (2) das "Umgarnen" der Partnerin, bevor (3) ER auf SIE besteigt. Es scheint schwierig zu sein, die richtige Position zu finden (4) und die Balance zu halten , um am Ende das Hinterteil zu senken(5). Ein erfolgreicher Paarungsakt endet mit einem sog. Kloakenkuss - in letzten Bild deutlich erkennbar, die Störchin öffnet die Flügel, hebt das Hinterteil und  ER kann sein Hinterteil unter ihres  drehen....

2. April 2017

Und auch Paarungsakte mit Vorspiel und Nachspiel sind regelmäßig zu beobachten - Umgarnen, Besteigen, Putzen... der Kreislauf der Fortpflanzung.

9. April 2017

17.4.2017 Brutbeginn

Mitte April vor Brutbeginn waren beide Störche gemeinsam noch ausgiebig auf Tour und ab dem 17. April blieb immer einer im Nest sitzen. Ab diesem Zeitpunkt waren gemeinsame Momente auf dem Nest tasgüber nur noch kurz - wer zurückkehrte musste im Nest bleiben und sich auf die Brut setzen.

Wie ein eingespieltes Team liefen diese "Brut-Wechsel" ab.

30. April 2017 während der brutphase

Während des Brütens befindet sich immer ein Storch auf dem Nest. In dieser Zeit fliegt der Partner los, um Futter zu suchen. Kehrt dieser zurück, dann wird sich begrüßt, der sich auf dem Nest befindende Storch erhebt sich und fliegt nach kurzer Zeit los zur Futtersuche. Der soeben eingetroffene Storch macht es sich auf der Brut bequem und wartet auf die Rückkehr des Partners.

7. Mai 2017 während der Brutphase gibt es nur kurze gemeinsame Momente im Nest

25. Mai 2017 Der  Nachwuchs ist da, von 2 Jungtieren hat nur 1 überlebt

Die Brutzeit von ca. 30-32 Tagen war nun vorbei und möglich der Nachwuchs war endlich zu sehen. Meine Vermutung, dass es nicht nur 1 Ei sein könnte, bestätigte sich - es sind  zwei Küken geschlüpft. Als ich Himmelfahrt vor Ort war, wollte ich unbedingt mal  beide Köpfchen sehen , doch leider sah ich immer nur eines und zudem machte ich eine traurige Beobachtung. Die ganze Zeit sah ich immer nur 1Köpfchen..MAX war oben auf Nest und zog mit seinem Schnabel an "etwas" und liess wieder los...er zog nochmal daran. von Weitem war es für mich erstmal nur ein "Bündel", als er rauszog, zum Nestrand trug und es schließlich fallen ließ. Ich war sehr schockiert und traurig, als ich erkannte, dass es der 2. Jungstorch war. Max stand noch eine ganz lange Zeit am Nestrand und schaute ganz traurig nach unten...ich informierte daraufhin die Hofbetreiber, die später den Kadaver unterm Nest wegholen wollten.

27./28. Mai 2017

Der Nachwuchs ist nun rund 10-14 Tage alt und bei guter Laune. Im Alter von 2-3 Wochen können die Jungen im Fersehockstand sich aufrichten, daher ist es ab diesem Zeitpunkt möglich, einen kleinen Blick auf den Nachwuchs zu werfen.

20.6.17 der jungstorch ist nun etwa 4-5 Wochen alt

Der Jungstorch entwickelt sich prächtig. trotz der schlechten Nahrungssituation (es gab in diesem Jahr fast keine Frösche) wächst und gedeiht der kleine gut.  Er ist jetzt etwa 4 Wochen alt und kann selbständig stehen. Er ist neugierig und fängt schon an, seine Flügel auszubreiten.

2.7.17 nach langer Regenphase ist es nun endlich mal trocken aber sehr windig

Bewegung muss sein,  der Junge steht oft im Nest und schwingt seine Flügel.

7. und 9. Juli 2017

Die Rückkehr der Eltern läßt immer länger auf sich warten. Es ist deutlich, dass das Nahrungsangebot knapp ist.  Das Füttern des Jungen erfolgt in diesem Jahr nicht direkt nach der Ankunft im Nest, beide Elternstörche zögern den Moment der Speisenabgabe oft lange heraus...

Der Jungstorch ist gut zuwege. Er muss nun schon mehrere Stunden alleine im Nest verharren, bis eines der adulten Tiere zurückkehrt und Futter bringt. in der Zwischenzeit putzt er sein Gefieder, schläft, beobachtet und ganz selten macht er auch die ersten Flugübungen, d.h. Flügel schwingen und dabei etwas hüpfen.

17. Juli 2017 flügel- und Flugtraining müssen sein

21. und 22. Juli 2017 der Jungstorch fliegt eher als erwartet

Ende Juli wird das Nest nicht mehr benutzt

6. August 2017 - VerSammeln und stärken für den Flug in den Süden

Nachdem das Nest seit Ende Juli nicht mehr benutzt wird, sind die Störche nur noch selten zu sehen. In den vergangenen Jahren versammelten sich die Störche vor ihrem Flug in den Süden u.a. auf der Nordseite der Wümme. Dort schaute ich am 6.Augustvorbei und tatsächlich, rund 25-30 Störche verteilten sich auf den frisch gemähten Wiesen  und liefen teilweise direkt hinter den Mähdreschern her, weil dadurch Feldmäuse und andere Erdbewohner aufgescheucht werden. Die Störche -junge und adulte Tiere - stärkten sich ordentlich für den bevorstehenden langen Flug in den Süden. Im Laufe des Nachmittags verteilten sich die Störche in kleinere Gruppen über die weitläufigen Wiesen, diverse Tiere wanderten regelrecht den Mähdreschern hinterher. Asu welchem Bereich all diese Störche kamen, dass weiss ich noch nicht - ich konnte einige RingNummern auslesen und warte auf Rückmeldung, ob es sich evtl um die Störche aus dem Landkreis Osterholz gehandelt haben könnte.

Am Tag drauf (7.8.17) fuhr ich nochmal hin, es waren noch einige Tiere dort und machten ebenfalls noch ausreichend Beute. Diesesmal war auch die diesjährige Störchin 3T630 zu erkennen.

Ich habe mich heute von ihnen verabschiedet. Tschüß ihr lieben Störche - bis zum nächsten Jahr.

Copyright © 2017  by RITA STUMPER

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